Marktwirtschaftliche Lösungen für soziale und ökologische Probleme

Die Wirtschaft sollte den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Dies ist der zentrale Gedanke des sozialen Unternehmertums. Um diesen dreht sich alles bei Yunus Social Business (YSB). Hier werden junge Sozialunternehmen gefördert, die Arbeitsplätze, Produkte und Dienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen anbieten und ihnen damit helfen, sich aus dem Kreislauf der Armut zu befreien.

Yunus Social Business

Hintergrund

Der Hauptzweck von Sozialunternehmen besteht nicht darin, Gewinne zu maximieren. Viel wichtiger ist es, soziale und ökologische Probleme zu bekämpfen. Dabei stehen sie selbst vor vielen Herausforderungen. Vor allem in der Gründungsphase ist es für sie sehr schwierig, an Geldmittel zu kommen: Banken fallen in der Regel als Finanzierer aus, da sie sich nicht um frühphasige oder vermeintlich riskante Geschäftsmodelle kümmern; Mikrofinanzunternehmen sind aufgrund der oft horrenden Zinsen ebenso keine Alternative. Genau hier setzt Yunus Social Business (YSB) an.

Nachhaltige Investitionen mit Multiplikator-Effekt

YSB investiert in junge Sozialunternehmen mit vielversprechenden Konzepten in Bereichen wie Trinkwasserversorgung, Abfallverwertung, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Ernährung und erneuerbare Energien. Darüber hinaus steht YSB den Unternehmen mit technischem Knowhow und einem umfassenden Beratungsangebot zur Seite, um ein langfristiges Wachstum zu ermöglichen.

Die knodel foundation unterstützt YSBs „Philanthropic Evergreen Fund“, der Sozialunternehmen in Ostafrika und Ländern wie Brasilien, Kolumbien und Indien langfristige Darlehen mit geringer Verzinsung zur Verfügung stellt. Nachdem ein durch den Fonds gefördertes Unternehmen sein Darlehen an YSB zurückgezahlt hat, wird das Geld direkt wieder in neue Sozialunternehmen investiert. Somit wird jeder von der knodel foundation gespendete Euro mehrfach verwendet und es entsteht ein dauerhafter Kreislauf mit Multiplikator-Effekt. Durch dieses Modell hat YSB bereits mehr als 62 social businesses finanziert und über 2000 Sozialunternehmer*innen gefördert.

Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist das Instituto Muda in São Paulo, Brasilien: Täglich fallen hier etwa 20.000 Tonnen Abfall an, doch nur 5 Prozent aller Wohngebäude nutzen ein öffentliches Recyclingsystem. Der größte Teil des Abfalls landet auf der Mülldeponie. Um der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken und gleichzeitig neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, holt das Instituto Muda für ein Entgelt Abfälle aus einkommensstarken Wohnhäusern in São Paulo ab und verteilt sie an Abfallverwertungsgenossenschaften. In diesen Kooperativen entstehen dadurch neue Arbeitsplätze für einkommensschwache Familien, ehemalige Obdachlose und rehabilitierte Drogenabhängige.

YSB förderte das Instituto Muda durch eine Anschubfinanzierung, vermittelte Mentor*innen in den Bereichen Marketing und Logistik, half bei der Akquise von Großkunden und unterstützte die strategische Finanzplanung des Unternehmens. Seit der Investition durch den „Philanthropic Evergreen Fund“ konnte das Instituto Muda die Zahl der besuchten Wohnanlagen verfünffachen, viele Tonnen Müll von der Umwelt fernhalten und mehr als 800 neue Arbeitsplätze schaffen.

Durch die Zusammenarbeit mit Yunus Social Business wird die knodel foundation viele solcher nachhaltigen Geschäftsmodelle unterstützen und sozialen Wandel auf vielfältige Weise ermöglichen.  

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