Unterstützung benachteiligter Auszubildender in Wau, Südsudan

Im Südsudan herrscht seit 2013 ein blutiger Bürgerkrieg. Dabei wurden auch große Teile der Infrastruktur zerstört, es gibt kaum noch Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Eine Ausnahme ist das Don Bosco Berufsbildungszentrum in der Stadt Wau. Die knodel foundation unterstützt das Zentrum, in dem jährlich über 300 Jugendliche eine Berufsausbildung und Hilfe beim Einstieg ins Arbeitsleben erhalten.

  • Don Bosco Mission Bonn



  • Lokaler Projektträger

    Delegation of Sudan and South Sudan; Salesians of Don Bosco

  • Projektlaufzeit

    seit 2006

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 2011 befindet sich der Südsudan seit Ende 2013 erneut in einem blutigen Bürgerkrieg. Zehntausende Menschen sind hierbei umgekommen, über eine Million Menschen befinden sich auf der Flucht. Die Folgen des Krieges sind verheerend: Die Infrastruktur ist größtenteils zerstört, es gibt im Land kein funktionierendes Gesundheitssystem und kaum Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Viele Kinder und Jugendliche können nicht zur Schule gehen, da sie seit Jahren auf der Flucht sind und durch das Land ziehen. Da landwirtschaftlicher Anbau in den Kriegsregionen nicht möglich ist, droht mehr als 8 Millionen Menschen eine akute Hungersnot.

Projekt

In der gesamten Region um Wau ist das Don Bosco Berufsbildungszentrum der einzige Ort, um eine anerkannte Ausbildung zu absolvieren. Die Arbeit in handwerklichen oder technischen Berufen stellt für junge Menschen im Südsudan eine der wenigen Möglichkeiten dar, um ihre Familien zu ernähren und ihr Leben selbst zu gestalten. Die Berufsausbildung der Salesianer Don Boscos in Wau besteht zu 70% aus Praxisunterricht und 30% aus Theorievermittlung. Der theoretische Unterricht umfasst neben der Vermittlung von Fachwissen u.a. Englischunterricht und die Vermittlung unternehmerischer Fähigkeiten. Das Berufsbildungszentrum bietet zweijährige Kurse in 6 Berufsfeldern (Automechanik, Druckerei, Schweißen, Maurerhandwerk, Schreinerei, Elektrik) an, sowie einjährige Computerkurse. Verkürzte Abendkurse von 6 Monaten in den genannten Bereichen werden ebenfalls angeboten, wenn der Besuch eines vollen Ausbildungszyklus den Jugendlichen nicht möglich ist. Um nach Abschluss der Ausbildung erfolgreich in den Beruf einsteigen zu können, werden die Absolventen des Don Bosco Berufsbildungszentrums durch Mikrokredite und Arbeitsmaterialien unterstützt.

Mädchen besitzen laut südsudanesischer Verfassung kein Recht auf Bildung. Die Salesianer Don Boscos, die Betreiber des Berufsbildungszentrums, gehen gegen diese Diskriminierung vor: Rund 30 Prozent ihrer Auszubildenden sind junge Frauen. Da sie in der Regel nicht von ihren Familien unterstützt werden, übernehmen die Salesianer die kompletten Gebühren und Kosten für Schulmaterial. Im „Women Club“ werden den Mädchen zusätzliche Kurse in Hygiene und Gesundheit angeboten.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die meisten Jugendlichen nur eine unzureichende Schulbildung haben – wegen der Konflikte waren die Schulen oft lange geschlossen und die Schüler auf der Flucht oder im Kampf. Deshalb sind die Kursangebote in Wau an diesen Bedarf angepasst und die Salesianer Don Boscos bemühen sich, zusätzlichen Nachhilfeunterricht anzubieten.

Darüber hinaus organisiert das Zentrum Sportwettbewerbe, Ausflüge, Theater-, Musik- und Kulturveranstaltungen. Diese Aktivitäten sollen zum einen helfen  Kriegstraumata aufzuarbeiten. Zum anderen sind sie aktive Prävention – denn nach wie vor besteht die Gefahr, dass Jugendliche eher zur Waffe greifen, um im Krieg zweifelhaftem Ruhm zu erringen, als eine Ausbildung machen, um später sich und ihre Familie versorgen zu können.

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