Eine Brücke zwischen Kleinbauern und urbanen Verbrauchern

Amar khamar ("meine Farm") ist ein Sozialunternehmen im indischen Kolkata, das Kleinbäuerinnen über eine Online-Plattform und den eigenen Laden einen direkten Marktzugang ermöglicht. Dadurch können sie ihre nachhaltigen Produkte zu fairen Preisen anbieten und sich und ihre Familien von Armut und Abhängigkeit befreien. Alle Bäuerinnen, die mit amar khamar arbeiten, stellen ihre Produkte ohne schädliche Dünger, Herbizide und Pestizide her.

Hintergrund

Durch hohe Ausgaben und niedrige Erträge leben indische Kleinbauern oft am Rande des Existenzminimums. Was ihnen als „Grüne Revolution“ große Versprechen von einem besseren Leben machte, trieb in den letzten Jahren Tausende indische Kleinbauern in den Suizid. Sie können die Kosten von chemischem Dünger und Pestiziden sowie genmodifiziertem Saatgut nicht mehr tragen und geraten in die Schuldenfalle.

Zudem erhalten sie nur einen geringen Anteil des Verkaufspreises, da sie von Mittelmännern abhängig sind, denen sie ihre Erzeugnisse verkaufen. Da Kleinbauern meist nicht wissen, welchen Preis der Endkonsument wirklich bezahlt und weil sie keine alternativen Vertriebswege haben, befinden sie sich in einer schlechten Verhandlungsposition.

Allerdings gestaltet sich der Übergang zur ökologischen Landwirtschaft als Alternative für die Kleinbauern nicht immer problemlos. Oft bedeutet dies mehr Arbeitsaufwand, was sich nicht im Verkaufspreis wiederspiegelt. Deshalb nutzt amar khamar die digitale Revolution, um Zwischenhändler zu umgehen und faire Preise für nachhaltig produzierte Erzeugnisse zu erzielen. Dies ermöglicht ein höheres Einkommen für Kleinbauern und hilft gleichzeitig dabei, natürliche Ökosysteme wiederherzustellen.

Vom Feld auf den Teller

Durch Trainings und die Bereitstellung von lokalem, nicht modifiziertem Saatgut unterstützt amar khamar Kleinbäuerinnen im indischen Staat West Bengalen dabei, auf ökologische Anbaumethoden umzusteigen. Über die Online-Plattform und den eigenen Laden des Sozialunternehmens in Kolkata werden die Erzeugnisse der Kleinbauern fair und direkt an die Kunden verkauft.

Die große Mehrheit der Kleinbauern von amar khamar sind Frauen. Das gesteigerte Einkommen der Kleinbäuerinnen kommt ihren Familien und vor allem den Kindern zugute. Da über amar khamar nur Produkte aus nachhaltiger Produktion angeboten werden, haben die Kleinbäuerinnen einen Anreiz, nachhaltig und ohne schädliche Dünger, Herbizide und Pestizide anzubauen. Aufgrund der Resilienz indigenen Saatgutes wird ausschließlich nicht-genmodifiziertes Saatgut verwendet. Dafür werden die Kleinbäuerinnen nicht nur fair entlohnt, sondern nehmen an einem transparenten Preisfindungsprozess teil.

Amar khamar bietet neben einer Vielzahl indigener Reissorten auch Gewürze, Linsen, Honig und weitere Produkte an. Doch in den Städten hat sich der Bekanntheitsgrad von indigenen Arten heutzutage deutlich reduziert. Deshalb fördert das Sozialunternehmen nachhaltigen Konsum und sensibilisiert Verbraucher dafür, welche Wirkung ein alternatives Konsumverhalten haben kann. Darüber hinaus können Kunden bei Food Pop-Ups, welche in Kooperation mit Foodbloggern veranstaltet werden, Inspiration für kreative und moderne Rezepte auf Basis traditioneller Reissorten gewinnen.

Die Förderung der knodel foundation ermöglicht die organisatorische Weiterentwicklung amar khamars vom Start-Up hin zu einem tragfähigen Social Business und hilft dabei, mehr Kleinbäuerinnen zu lokalen Changemakern für eine faire Landwirtschaft zu machen.

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